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Pressespiegel

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Taunus-Zeitung - 26.Februar 2008

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Die Königsteiner aus Sachsen (links, in weißen Shirts) haben sich einiges vorgenommen.
Moralische Unterstützung gab es von den Freunden aus dem Taunus am Abend vor dem Start.

36 Füße für 630 Kilometer

Elb-Königsteiner wollen in 63 Stunden nach Hause laufen – mit einem Schlenker über Tschechien

Von Harald Konopatzki

Zu Fuß von der Partnerstadt nach Hause laufen seit gestern 18 Hobbysportler aus Königstein/Sachsen. Und dabei können sie froh sein, dass ihr Ort nicht schon zur Römerzeit gegründet wurde…

Königstein. Vom Rathaus zu Fuß einen anderen Punkt in Königstein zu erreichen stellt für halbwegs fitte Menschen keine große Herausforderung dar. Vom Rathaus zu einem Punkt in einem anderen Königstein (in Sachsen) zu laufen hingegen schon. Insbesondere, wenn man sich zum Ziel gesetzt hat, dabei auch gleich noch das dritte Städtchen gleichen Namens (in der Oberpfalz) und die tschechische Partnerstadt Trmice zu durchqueren. 18 Sachsen sind seit gestern früh, 6 Uhr, auf dem Weg zurück in ihre Heimatstadt – schon morgen wollen sie die Festungs- und ehemalige Uranbergbaustadt erreicht haben. Das Ziel ist ambitioniert: Bei einem Schnitt von 10 Kilometern pro Stunde wollen sie rechtzeitig zur 630-Jahrfeier des Ortes am Samstag um Punkt 21 Uhr die letzte Etappe von Bad Schandau zu den Elbwiesen absolviert haben.

«Wir haben eine Route geplant, die laut GPS exakt 630 Kilometer lang ist – für jedes Jahr in der Stadtgeschichte also einer», erklärt Holger Wegner, der zusammen mit Michael Weidemann binnen eines halben Jahres die Organisation der minutiös geplanten Tour übernommen hat. Denn klar ist, dass es in 63 Stunden nicht zu schaffen wäre, wenn alle gleichzeitig liefen. «Wir wechseln uns ab. Erst 8-Stunden-Schichten, dann in etwas kürzeren Abständen. Gelaufen wird aber rund um die Uhr», verdeutlicht Wegner das Konzept.

Im großen Road-Book sind alle Etappen als Karten hinterlegt, farbige Kästen markieren die Zeit- und Streckenabschnitten, die die einzelnen Gruppen zu absolvieren haben. «Dazu haben wir Begleitfahrzeuge, die die Läufer, die jeweils Pause haben, fahren. Zur Unterstützung fährt den Leuten außerdem immer ein Fahrrad voraus.» Denn auch wenn die Tour über weite Strecken parallel zur Autobahn 3 läuft – nicht immer werden Strecken gelaufen, auf denen Autos auch fahren können.

Die gewagte Aktion ist kein unüberlegter Schnellschuss. Die Volleyballgemeinschaft hat die Tour in der Vergangenheit bereits mit dem Fahrrad zurückgelegt, damals sogar als Gruppe ohne sich abzuwechseln. Für die neue Herausforderung haben sich die Läufer zum Teil intensiv vorbereitet. So waren einige beim Görlitz-Halbmarathon dabei, andere haben am anspruchsvollen Königsteiner Festungslauf teilgenommen.

Großer Bahnhof an der Elbe

Damit sich die Sportler vor dem Start erholen konnten, hatten die Stadt und der Partnerschaftsverein den Läufern die Schneidhainer Heinrich-Dorn-Halle für die Nacht zur Verfügung gestellt – Übernachtung und Spaghetti-Essen inklusive. Auch in Königstein in der Oberpfalz ist eine Halle hergerichtet, in Tschechien wird gezeltet. Von den Rahmenbedingungen stimmt also alles. Wenn das Wetter mitmacht, steht den Sportlern morgen um 21 Uhr nicht nur ein großer Empfang bevor – beim großen Fest können auch die verbrauchten Kalorien wieder reingeholt werden.

Die Sachsen haben es übrigens am einfachsten, einen solchen Geschichtsmarathon zurückzulegen. Immerhin wurde der Ort «erst» 1379 erstmals erwähnt. Die Hessen müssten 2015 zur 800-Jahrfeier der Ersterwähnung schon einen größeren Umweg einplanen, um ihre Geschichte auf dieselbe Art abzulaufen. Am schwersten hätten es jedoch die Königsteiner aus der Oberpfalz: Hier wären noch mal 85 Zusatz-Kilometer fällig, wenn es nach der ältesten Urkunde geht, in der der Ort 1130 auftaucht.


In ihrer Heimat werden die Elb-Königsteiner auch von fast 50 Königsteinern aus dem Taunus empfangen. Der Bus startet heute um 10 Uhr. Mit an Bord ist auch Bürgermeister Leonhard Helm. Die Rückreise steht für Sonntag an.

 

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